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Welche Beiträge kann die Raumordnung zur Klimaanpassung leisten?

Neben dem Klimaschutz ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Klimaanpassung, Adaption) als wichtiges Handlungsfeld erkannt worden: denn der Klimawandel selbst ist nicht mehr vermeidbar, lediglich einschränkbar.

Unter Klimaanpassung können alle Initiativen und Maßnahmen verstanden werden, die dazu dienen, die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber bereits erfolgten oder erwarteten Auswirkungen des unvermeidbaren Klimawandels zu verringern. Betroffen vom Klimawandel sind ökologische, soziale und ökonomische Systeme.
Räumliche Anpassung an den Klimawandel muss von vielen Akteuren, Institutionen und Fachplanungen getragen werden.
Sie setzt voraus, dass

> die Folgen für die verschiedenen regionalen Handlungsfelder abgeschätzt
> Vorsorgemaßnahmen entwickelt (Risikovermeidung)
> Beteiligte und Betroffene sensibilisiert
> die geänderten Ansprüche an den Raum koordiniert und für die Raumnutzer rechtlich verbindlich geregelt werden (vgl. Positionspapier aus der ARL, Nr. 81, 2009).

Klimaanpassung kann dabei in Form von physischen (i.d.R. technischen) Maßnahmen oder in Form von planerischen Regelungen erfolgen.

Der Raumplanung kommt insbesondere die Aufgabe der fachübergreifenden und gesamträumlichen Zieldefinition sowie der Koordination sektoraler Aktivitäten und Maßnahmen, also z.B. der Fachplanungen, zu. Zahlreiche Anpassungsstrategien an den Klimawandel sind durch sektorale Perspektiven geprägt, die einer dringenden überfachlichen und gesamträumlichen Abstimmung bedürfen, wenn es nicht zu Konflikten zwischen diesen kommen soll.

Dabei sollen bei entsprechenden Anpassungsstrategien an den Klimawandel auch mittel- bis langfristige Veränderungen des Klimas, der Extremwetterereignisse und der Vulnerabilität berücksichtigt werden. Die Bundesregierung hat in der Ende 2008 veröffentlichten Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel die Querschnittsaufgabe Raum-, Regional- und Bauleitplanung an den Anfang der Risikovermeidungskette gestellt. Auch das im Frühjahr 2009 veröffentlichte Weißbuch der EU (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2009) zum Klimawandel betont die Notwendigkeit eines strategischen, langfristig angelegten Raumplanungskonzeptes.

Allerdings bestehen bislang in der Praxis noch relativ wenig tiefer gehende Erfahrungen zum Umgang mit dem Klimawandel (vgl. Umfrage des ARL-AK „Klimawandel und Raumplanung“). Welche konkreten Strategien und Maßnahmen der Raumplanung zum Umgang mit dem Klimawandel notwendig werden, ist derzeit Gegenstand vielfältiger Forschungsaktivitäten. Einen starken Bezug zur Planungspraxis weist z.B. das Modellvorhaben der Raumordnung „KlimaMORO“ auf.

Eine generelle Übersicht zur Anpassung an den Klimawandel und zu Erfordernissen und Möglichkeiten in den verschiedenen sektoralen Handlungsbereichen bietet das Portal des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung (KomPass) des Umweltbundesamtes.

Auf dieser Plattform finden Sie in der Rubrik Klimaanpassung einen Überblick über raumbedeutsame Folgen des Klimawandels, die eine Anpassung erfordern, über die verschiedenen Handlungsfelder sowie über planerische Strategien und Instrumente. Weiterhin finden Sie aktuelle Projekte zum Themenfeld.

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