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Welche Beiträge kann die Raumordnung zum Klimaschutz leisten?

In zwei Bereichen ist durch den Klimawandel rasches Handeln notwendig: im Bereich des Klimaschutzes, also der Reduktion der Emission von Treibhausgasen, und im Bereich der Anpassung an die nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels.

In der Klimafolgenforschung rechnet man damit, dass eine Erwärmung von über 2° C (im globalen Durchschnitt gegenüber den vorindustriellen Werten) dramatische Auswirkungen nach sich zieht und hohe Kosten entstehen. Entsprechend wird auch in Deutschland das „2-Grad-Ziel“ angestrebt, was bedeutet, dass eine rasche Wende bei der Entwicklung der Treibhausgasemissionen notwendig ist (vgl. z.B. UBA 2009).

Zum Klimaschutz tragen sehr unterschiedliche Bereiche bei: z.B. ein höherer Anteil erneuerbarer Energien, energieeffiziente Siedlungsstrukturen, Sicherung und Entwicklung von Kohlenstoffsenken, Energieeinsparung und Effizienzsteigerung von Fahrzeugen, Immobilien, Unternehmen und Haushalte, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch die Raumplanung kann über ihre Strategien, Konzepte und Instrumente zum Klimaschutz beitragen, wie in vielen regionalen Energiekonzepten deutlich wird. Dies betrifft sehr unterschiedliche Handlungsbereiche, wie:

  • den Bereich der erneuerbaren Energien, wo Regional- und Bauleitplanung eine wichtige Rolle bei der Flächensteuerung der unterschiedlichen Energieträger wie Wind- oder Solarenergie einnehmen.
  • die Gestaltung energieeffizienter Siedlungs- und Verkehrsinfrastrukturen. Hier spielen planerische Konzepte wie Innenentwicklung, das Zentrale-Orte-Konzept oder Konzentration eine wichtige Rolle.
  • Beiträge zur Sicherung von natürlichen Kohlenstoffsenken (Wälder, Moore) oder technischen Anlagen zur Speicherung von CO2.

Klimaschutz bedeutet somit in Bezug auf den Klimawandel etwas anderes, als die Bemühungen um das Schutzgut Klima, das klassischerweise in der Raumordnung oder auch Landschaftsplanung berücksichtigt wird. So ist nach dem Raumordnungsgesetz der Raum auch „in seiner Bedeutung für die Funktionsfähigkeit […] des Klimas“ zu entwickeln oder zu sichern. Auch in den Umweltprüfungen (SUP, UVP) ist das Klima ein zu prüfendes Schutzgut. Gemeint ist hiermit jedoch nicht das globale Klima, sondern die regionale klimatische Situation, häufig auch Mikroklima genannt. Ziel dieser Vorgaben ist der Erhalt von Frischluftschneisen oder Kaltluftentstehungsgebieten – Verbindungen bestehen somit zum Themengbiet der Klimaanpassung (wie z.B. der vorbeugender Schutz vor Hitzewirkungen in Städten).

Auf dieser Plattform wird in der Rubrik Klimaschutz der Beitrag der Raumordnung zum globalen Klimaschutz behandelt. Dabei wird ein Überblick der übergeordneten Klimaschutzziele, ausgewählte Rechtsgrundlagen sowie die Raumbedeutsamkeit des Klimaschutzes gegeben. Zusätzlich finden Sie aktuelle Projekte, die sich mit dem Klimaschutz auseinandersetzen.

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